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ÖDKH - Österreichischer Berufsverband der Kindergarten- und  HortpädagogInnen
in elementaren bis zu sekundären Bildungseinrichtungen

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2009

Dezember 2009
Rückblick auf den Aktionstag der KindergärtnerInnen am 21.11.2009

ÖDKH - Konkrete Forderungen der KindergärtnerInnen zum Aktionstag

ÖDKH - Presseaussendung zum Aktionstag

ÖDKH - Brief an Bundeskanzler  Faymann und Vizekanzler Dipl.Ing. Pröll

ÖDKH - Fotos von der Unterschriften-Übergabe in flickr

ÖDKH - Presseaussendung nach der Übergabe der Unterstützungs-Unterschriften

Presse-Online -  Kindergarten: "Es gehört eine Bombe ins Bildungssystem"

 Presse-Online - Kinderbetreuung: "Notstand bei Krippenplätzen"

 Presse-Online - Stadtrat gesteht erstmals Mängel

Format - Aufstand im Kindergarten

Ganze Woche - Aufstand der KindergärtnerInnen

Krone -  KindergärtnerInnen verlangen bessere Arbeitsbedingungen

Krone - Kommentar "Tag für Tag"

ÖDKH - Reaktion auf  ORF / ZIB



02.03.2009
Telefoninterview imÖ1-Mittagsjournal vom 02.03.2009

Hier  das Telefoninterview als mp3-Datei zum Download

Inland
12:00
Mo, 02.03.2009
 

Gratiskindergärten
"Mehr Kindergärtnerinnen, sonst sinkt Qualität"
 

Länge: 2:45 min
Ö1 Mittagsjournal - Bernt Koschuh
http://oe1.orf.at/inforadio/103116.html
 

 Wir sind absolut dafür, dass der Kindergarten gratis ist, sagt die  stellvertretende Obfrau des Dachverbands der Kindergartenpädagoginnen  Raphaela Keller. Denn der Kindergarten sei eine ebenso wichtige  Bildungseinrichtung, wie die Schulen.

Derzeit eine Pädagogin auf 25 Kinder
Aber die Einführung des Gratisjahres werde wohl den Betreuungsschlüssel  und die Qualität der Kindergärten weiter verschlechtern: "Ich befürchte  Qualitätseinbußen, wenn noch mehr Kinder sind, da die  Kindergartenpädagoginnen schon jetzt am Limit sind. Es gibt nicht genug  Pädagoginnen. Wir fordern an sich zwei Pädagoginnen für 15 Kinder und  jetzt haben wir 25 Kinder mit einer Pädagogin. Da kann die Qualität  nicht mehr vorhanden sein." Und wenn Keller zwei Pädagoginnen pro  Kleingruppe fordert, meint sie zwei ausgebildete Kindergärtnerinnen und  nicht Helferinnen.

Österreich: Wenig Geld für vorschulische Bildung
Was jetzt an zusätzlichen Ausgaben des Staates geplant ist, reiche  nicht, sagt Heidemarie Lex-Nalis von der Plattform Educare, der viele  Kindergartenträger angehören. Sie fordert: "Die Verdoppelung der  bisherigen Ausgaben. Das europäische Netzwerk Kinderbetreuung hat  bereits vor mehr als zehn Jahren die Empfehlung ausgegeben, drei Prozent  des Bruttoinlandsproduktes für die vorschulischen Bildungseinrichtungen  herzugeben.Österreich hat das damals mitbeschlossen. Ausgeben tun wir  1,45 Prozent."

Forderung: muttersprachliche Pädagogen
Weitere konkrete Forderungen und Ziele: Mehr Platz für die Kinder,  zusätzliche muttersprachliche Betreuer etwa für Migrantenkinder, sowie  eine verbesserte und akademische Ausbildung für Kindergärtnerinnen.

Kindergärtnerinnenausbildung an Pädagogischer Hochschule
Die Bundesregierung plant in einem ersten Schritt, dass die  Kindergartenausbildung an die pädagogischen Hochschulen kommt und damit  praktisch der Pflichtschullehrerausbildung gleichgestellt wird. Bessere  Ausbildung, so Raphaela Keller vom Dachverband der  Kindergartenpädagoginnen, müsse dann auch bessere Bezahlung bedeuten:  "Wenn ich von 1250 Euro brutto Anfangsgehalt ausgehe, dann müssten da  mindestens 500 dazu."

Kindergärtnerinnen haben sehr wenig Vorbereitungszeit
Und die Kindergärtnerinnen, so Keller, bräuchten deutlich mehr  Vorbereitungsstunden. Die Aufregung unter den Lehrern über die geplante  Ausweitung ihrer Unterrichtszeit von rund 20 auf 22 Stunden in der  Klasse versteht sie nur bedingt: "Wenn ich es vergleiche, welche  Arbeitsbedingungen unserer Kindergartenpädagoginnen haben, kommt es  nicht gut rüber. Bei uns müssen Leute mit einer 40-Stundenanstellung,  teilweise auch 40 Stunden Kinderdienst machen."

Viele Kindergärtnerinnen gehen in besser bezahlte Jobs
Wenn die Kindergärtnerinnen mehr Vorbereitungszeit und bessere  Arbeitsbedingungen hätten, dann, so die beiden  Interessensvertreterinnen, würden auch mehr ausgebildete  Kindergärtnerinnen im Kindergarten arbeiten, anstatt in andere, besser  bezahlte Jobs auszuweichen.



24.02.2009
Antwort - Der elementare und außerschulische Bildungsbereich muss auch  Bundessache werden

Sehr geehrte FrauKeller!

Für Ihr Mail im  Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des elementaren und außerschulischen  Bildungsbereichs - gerichtet an Mandatare des ÖVP-Parlamentsklubs - bedanke ich  mich.

Die notwendige  Weiterentwicklung des guten österreichischen Bildungssystems ist ein zentraler  Schwerpunkt im neuen Regierungsprogramm. Eine altersgerechte Frühkindpädagogik  als Basis für die Heranführung unserer Kinder an die Schulreife nimmt dabei eine  zentrale Position ein. Es gilt, spielerisch die individuellen Interessen zu  wecken und die vorhandenen Talente und Begabungen nachhaltig zu fördern. Damit  verbunden ist auch die Stärkung sozialer, kommunikativer und motorischer  Fähigkeiten.

Zur Erreichung dieser  Ziele und Sicherstellung bundeseinheitlicher Qualitätsstandards wird gemäß dem  Regierungsprogramm gemeinsam mit den Ländern ein einheitlicher Bildungsplan  erarbeitet. Damit einhergehend soll auch die Ausbildung der  Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen weiterentwickelt werden. Ein  wesentlicher Schritt für eine verstärkte wissenschaftliche Beschäftigung mit dem  Bereich der Frühkindpädagogik startet ab dem Wintersemester 2009/10. Auf  Initiative von Bundesminister Dr. Johannes Hahn wird an der Universität Graz ein  eigener Lehrstuhl für Frühkindpädagogik eingerichtet.

Ihre äußerst zahlreichen  Anregungen werden wir für die weiteren inhaltlichen Gesprächsrunden gerne  aufgreifen und bestmöglich berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen
Roman Kunyik
Klubsekretär



24.02.2009
Stellungnahmen der Parlamentsparteien zu 10 Fragen zu grundlegenden Themen der  Bildung und Erziehung von Kindern im Vorschulalter

Österreichs  Parlamentsparteien einig: Elementarpädagogik umfassend reformieren!

Neben einer  Verfassungsänderung für die Zuständigkeit und der Notwendigkeit von  einheitlichen Rahmen- und Bildungsplänen soll die Ausbildung der  Elementarpädagogik im tertiären Bereich erfolgten.

Die Plattform EduCare - eine parteiübergreifende, überkonfessionelle, keinen  pädagogischen Lehrmeinungen und Schulen und keinen Trägerorganisationen  verpflichtete Arbeitsgemeinschaft aus Vertreterinnen und Vertretern von  Institutionen, Interessengemeinschaften und TrägerInnenorganisationen aus dem  Bildungsbereich sowie von Pädagoginnen und Pädagogen - hat den fünf im  österreichischen Parlament 10 Fragen zu grundlegenden Themen der Bildung und  Erziehung von Kindern im Vorschulalter zur Stellungnahmen vorgelegt.

Die Antworten dazu liegen nun vor.

Kindergarten als  Bildungseinrichtung.

Unbestritten ist die Definition des  Kindergartens als Bildungseinrichtungen. Das BZÖ differenziert, dass der -Kindergarten als grundlegende Bildungseinrichtung- als ein Schwerpunkt über den  bildungspolitischen Bereich hinausgehender Schwerpunkt der politischen  Bemühungen der nächsten Jahre sein muss.

Verfassungsmäßige  Zuordnung des bisherigen Bereichs der Kinderbetreuungs- und  Bildungseinrichtungen.

Differenziertere Ansichten finden  sich zur Überführung des gesamten Bereiches der bisherigen Kinderbetreuungs- und  -bildungseinrichtungen - wie Kinderkrippen, Kindergärten, Kindergruppen,  Tagesmütter u.s.w. - von der bisherig ausschließlichen Zuständigkeit der Länder  in die Grundsatzgesetzgebung des  Bundes bei gleichzeitiger Ausführungsgesetzgebung  durch die Bundesländer. Während die SPÖ grundsätzlich dafür ist, verschanzt sich  die ÖVP hinter der “Regierungsvereinbarung" und vertröstet diese Regelung auf  den Tag einer grundsätzlichen Verfassungs- und Verwaltungsreform. Die GRÜNEN  sagen zu einer grundsätzlichen Überführung ein uneingeschränktes ja; FPÖ und BZÖ  sehen die Erfordernisse zwar im Grundsatz ebenso, verweisen jedoch auf  unterschiedliche Lösungsansätze.

Gesetzlicher  Anspruch.

Für einen gesetzlich verankerten  Anspruch auf einen Betreuungs/Bildungsplatz sprechen sich unisono 4 der 5  Parlamentsparteien aus, lediglich die ÖVP hinterfragt die Notwendigkeit eines  gesetzlichen Anspruches, betont aber die Notwendigkeit des "€žbedarfsorientierten  Ausbaus".

Verbindliche  Mindeststandards, einheitlicher Bildungsplan.

Über verbindliche Mindesstandards  und einen einheitlichen Bildungsplan, in denen auch die Bildungs-, Betreuungs-  und Erziehungsziele für unter 3jährige Kinder miteinbezogen sind, gehen die  Meinungen auseinander: während alle 3 Oppositionsparteien (!) dafür sind, findet  die SPÖ lediglich zu einem “Bundesrahmengesetz" ein klares Ja, findet jedoch,  dass ein einheitlicher Bildungsplan derzeit noch nicht beschlussreif ist. Die ÖVP wiederum  möchte die Art der Festlegung auf Mindeststandards zuerst  zwischen Bund und Ländern ausdiskutieren und findet - im Unterschied zum  Regierungspartner - dass ein einheitlicher Bildungsplan Bestandteil des  Regierungsübereinkommens ist und in dieser Legislaturperiode verwirklicht wird.

Ausbildung der  Elementaroädagoginnen/en

Während SPÖ und ÖVP auf die  entsprechenden Weiterentwicklungswünsche in der Regierungsübereinkunft verweisen,  sind sich die Oppositionsparteien in der Forderung nach tertiärer Ausbildung der  Elementarpädagogen/innen einig. Ebenso wie die FPÖ verweisen die GRÜNEN darauf,  dass diese Ausbildung im Kontext mit der Ausbildung aller pädagogischen Berufe  zu sehen ist. Die FPÖ geht hier in der Wortwahl noch weiter und fordert die  Integration der Pädagogischen Hochschulen in Universitäten bzw. die Überführung  der konfessionellen Hochschulen in Privatuniversitäten.

Wissenschaftliche  Forschung

Die Implementierung von  wissenschaftlicher Forschung für den elementaren und außerschulischen  Bildungsbereich befürworten sämtliche Parteien ohne Einschränkungen. Die ÖVP  verweist in diesem Zusammenhang, dass über Initiative von Wissenschaftsminister  Hahn voraussichtlich ab dem Wintersemester 2009 an der Universität Graz ein  Lehrstuhl für Frühkindpädagogik eingerichtet wird.

Siehe auch:

"Zusammenfassung der Antworten der  Regierungsparteien, Länder und Interessensvertretungen zu den 10 Positionen der  Plattform EduCare":

Plattform EduCare
Postadresse:
Krausegasse 7a/10
1110 Wien
ÖSTERREICH
Telefon: +43 (664) 73592265
Faxnummer: +43 (1) 7485469
E-Mail: Informationsdienst: Informationsdienst@Plattform-EduCare.org
Internet: http://www.Plattform-EduCare.org

 Kontakt-Person:
Mag.a Dr.in Heidemarie Lex-Nalis

Telefon: +43 (664) 73592265
E-Mail: heide.lex-nalis@plattform-educare.org



23.02.2009
EU-Erhebung "Early Childhood Education and Care in Europe: tackling social and  cultural inequalities

 

 PlattformEduCare
 elementare und außerschulische Bildung
 Steuergruppe
 http://www.Plattform-EduCare.org
 Mitglieder des Steuerteams
 Steuerteam@Plattform-EduCare.org

 

PRESSEAUSSENDUNG

Die EU-Erhebung “€žEarly Childhood Education and Care in Europe”: tackling social  and cultural inequalities hat der österreichischen Vorschulbildung deutliche Mängel attestiert.

Die ExpertInnen der  Plattform EduCare haben umfangreiche Vorschläge zur Verbesserung der Situation  in der Elementarbildung vorgelegt.

Längst überfällige Maßnahmen, für den  elementaren Bildungsbereich Österreichs sind bislang nicht umgesetzt worden und  scheitern nicht zuletzt am Kompetenz-Wirrwarr.

Die  Experten der Plattform EduCare fordern daher:

Das Bundesverfassungsgesetz muss dahingehend verändert werden, dass “Kindergärten  und Horte" nicht mehr alleinige Landessache sind, sondern vielmehr  die Gesetzgebung und Vollziehung Bundessache und Landessache ist und alle “außerfamiliären elementare Bildungs-  und Betreuungseinrichtungen" umfassen.

· Damit wird der gesamte Bereiche der vorschulischen Kinderbildung und -betreuung mit allen  Betreuungseinrichtungen - beginnend von den Kinderkrippen über die Kindergärten, Tagesmütter, Kinderhäuser, altersgemischte Gruppen u. a. m. - dezidiert mit eingeschlossen

· Für diesen Bereich sollte - unter Zugrundelegung der derzeitigen kompetenzrechtlichen Systematik -  jedenfalls die Grundsatzgesetzgebung Bundessache sein, damit der  Bund einen nationalen Bildungsplan mit  Qualitätskriterien für die betroffenen Einrichtungen erstellen kann,  der von den Ländern zu vollziehen ist.

· Die Ausführungsgesetzgebung und  die Vollziehung sollen weiterhin bei den Ländern liegen.

Ohne Änderung der konkreten Rahmenbedingungen kann eine Neuordnung der außerfamiliären Bildungs- und Betreuungsarbeit nicht  gelingen.

 Darüber hinaus sind insbesondere

· ein Bundesrahmengesetz zu  verabschieden, das - allenfalls in Form einer § 15a-Vereinbarung - verbindliche  “Mindeststandards” für ganz Österreich festlegt und einen gesetzlich  verankerten Anspruch auf einen Bildungs- und Betreuungsplatz beinhaltet;

· ein einheitlicher Bildungsplan für ganz Österreich zu  entwickeln und unter den derzeitigen verfassungsgesetzlichen Gegebenheiten  zunächst in einer § 15a-Vereinbarung gemeinsam zwischen Bund und Ländern zu  verankern, in den auch die Bildungs-/Betreuungs- und Erziehungsziele  von unter 3-Jährigen mit einbezogen werden; und

· die Ausbildung von Pädagoginnen für den Elementarbereich auf Hochschulniveau gemeinsam mit den anderen pädagogischen Berufen  durchzuführen.

Die  Plattform EduCare steht dem österreichischen Parlament bzw. den betroffenen  Ministerien, den Landtagen und Landesregierungen gerne mit ihren ExpertInnen bei  den Vorbereitungen zur Umsetzung zur Verfügung!

 Weiterführende  Informationen:

Pressekontakt:

Plattform EduCare
Krausegasse 7a/10
1110 WieTelefon: +43 (664) 73592265
Faxnummer: +43 (1) 7485469
Skype: jm_1110
E-Mail: Informationsdienst@Plattform-EduCare.org
Internet: http://www.Plattform-EduCare.org

Kontaktperson:

Mag.a Dr.in Heidemarie Lex-Nalis,
Koordinatorin der Arbeitsgruppe Aus-, Fort- und Weiterbildung:
Telefon: +43 (664)  4634580
E-Mail: Heide.Lex-Nalis@Plattform-EduCare.org.

Hintergrundinformation:

"Study Early childhood education and care in Europe: tackling social and  cultural inequalities” auf der Eurydice website: www.eurydice.org bzw. auf  http://eacea.ec.europa.eu/about/eurydice/index_en.htm

Eine deutsche  Übersetzung gibt es derzeit nicht; Print-Ausgaben in Englisch und Französisch  sind ab April und später auch in Deutsch erhältlich:
 http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=
 MEMO/09/66&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en